Nachdem wir vor zwei Jahren auf dem Åsnen und im vergangenen Jahr im Dalsland unterwegs waren, wollten wir eigentlich auch in diesem Jahr die schwedischen Gewässer erkunden. Durch die bereits geplanten Familienurlaube blieb allerdings nur ein Zeitraum von fünf Tagen übrig, in dem alle Jugendlichen Zeit gehabt hätten. Wir mussten uns also entscheiden, ob wir per Losentscheid jemanden in den sauren Apfel beißen ließen, der dann nicht mit uns auf Tour fahren konnte, aber so den anderen eine Tour in Schweden ermöglichen würde, oder ob wir lieber eine Tour für alle machen. Wir entschieden uns für letzteres.
So kam die Idee zu Stande, einen Aktiv-Urlaub in Dänemark zu machen, mit Wasserski, Kart-Fahren, Spazierengehen, Drachen steigen lassen, Baden, Pølser essen und natürlich Paddeln. Nach intensivsten Stunden der Katalog-Recherche entschieden wir uns für ein Haus in Blåvand. Durch die „relativ kurze“ Entfernung zu Kiel konnte Finn so einen Tag später dazu stoßen und Sandro uns einen Tag früher verlassen.
Bei bestem Wetter machten wir uns also morgens um 9:00 auf den Weg in das 250km entfernte Blåvand. Auch da sollte uns zumindest am ersten Wochenende noch die Wetterfee gnädig gestimmt sein, sodass wir uns am Samstag zu erst einmal in Richtung Blåvandshuk aufmachten und den Strand rund um den Leuchtturm unsicher machten.
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Entgegen der normalen Praxis nach der Ankunft zuerst das Zelt aufzubauen, galt es diesmal das Bett zu beziehen und die gesamten Vorräte für die Woche in der Küche und der Abstellkammer zu verstauen. Auch neu war die Tatsache, dass nicht jeder auf seinem Trangia-Kocher sein eigenes Essen brutzeln musste, sondern dass wir jeden Abend für alle zusammen kochten. So gab es dann auch am ersten Abend ein leckeres Chili con Carne, das glücklicherweise allen Geschmäckern gerecht wurde und somit niemand hungrig ins Bett gehen musste.
Der Sonntag war wettertechnisch zwar immer noch sehr schön, aber auch deutlich windiger als der Samstag. Das war aber genau das, was wir uns erhofft hatten. Nicht umsonst hatten wir auch den Pinball im Schlepptau. Ausgerüstet mit Helm, Schwimmweste und Neoprenanzug stürzten sich die sichereren Paddler in die Fluten und konnten das Boot mal wieder für seinen eigentlichen Zweck nutzen.
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Nur mit Badehose ausgerüstet wagten sich dann die Hartgesottenen zum Schwimmen in die Brandung. Zwar kommen große Wellen auch das ein oder andere Mal in der Ostsee vor, aber die Nordsee hat da nun mal ihren eigenen Reiz. Der Sonntag sollte aber vorerst der letzte Tag gewesen sein, an dem Baden am Strand möglich war. Bis Donnerstag übernahmen Regen und Wind die Vorherrschaft, so dass sich unser Baden auf den hauseigenen Pool und Whirlpool beschränkte. Ausgiebige Strandspaziergänge, sowohl nachmittags als auch am späten Abend nach dem Essen, blieben aber weiterhin wichtiger Bestandteil der Tagesplanung, genau wie Gesellschaftsspiele wie Siedler oder Risiko.
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Am Dienstag machten wir uns dann auf den Weg nach Hvide Sande um dort die Wasserskibahn zu inspizieren. Zwar waren wir im Juni schon einmal mit allen in Süsel auf der Bahn um ein wenig zu trainieren, doch der Wind sorgte im Ringköbing-Fjord für soviel Wellen, dass die Bahn geschlossen war und niemand seine Fähigkeiten auf ein bzw. zwei Brettern zur Schau stellen konnte. Unverrichteter Dinge fuhren wir daraufhin zum Hafen, in der Hoffnung, ein paar Seehunde zu sehen, die sich dort häufig aufhalten. Sogar Tümmler soll man gelegentlich beobachten können. Die einzigen Meerestiere die uns allerdings an diesem Tage unter die Augen kamen waren später die Fische, die in unseren Brötchen lagen. Immerhin war die Sonne gnädig zu uns und kam mal wieder zum Vorschein, sodass die Klamotten von denjenigen, die bei der starken Brandung zu dicht an die Mole gegangen waren, schnell trockneten.
Für Freitag stand dann die große Attraktion auf dem Plan: Kart-Fahren in Esbjerg. Vorher mussten wir aber noch Sandro zum Bahnhof bringen. Früh morgens um 8:00 bestiegen wir die Autos, setzen Sandro in den Zug nach Deutschland und mussten dann vor der Kartbahn noch ein bisschen warten, da diese noch geschlossen war. Durch unser frühes Erscheinen unter der Woche hatten wir die Bahn aber sicher für uns alleine und konnten so einen stilechten Grand-Prix mit Warm-Up, Qualifying und Rennen fahren. Mittlerweile war der Wettergott auch wieder auf unserer Seite, sodass wir uns nach der Rückkehr aus Esbjerg gar nicht lange im Haus aufhielten sondern die Badesachen und Boote packten und uns an den Strand begaben. Endlich hatten wir einen Sommertag mit Paddeln, Baden, Sonnen, Fußball und dem guten alten Wikingerspiel am Strand.
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Nach so einem Supertag zum Abschluß war es dann auch nicht schwierig die Taschen zu packen und die Uhren schon mal auf Heimreise zu stellen. Ein gemeinsames Abendessen und der mittlerweile schon traditionelle Spaziergang zum Strand rundeten den Tag dann auch perfekt ab.
Am nächsten Morgen beluden wir also die Boote und Autos mit unserem Gepäck, „vollführten“ eine Endreinigung innerhalb von 30 Minuten, die das Haus in einen deutlich besseren Zustand versetzte als wir es vorgefunden hatten (sowohl drinnen als auch draußen) und bestiegen dann die Autos. Da wir in keinem Rückreisestau steckenblieben, waren wir gegen Mittag am Kanuheim und mit dem Entladen auch so schnell fertig, dass wir nicht zu uneingeplanten Gästen von Hennings Hochzeitsfeier wurden. Sollte ihm das an dem Tag nicht aufgefallen sein, hoffe ich, dass er jetzt noch eine gewisse Dankbarkeit verspürt. ;)
Martin