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Sommertour 2007

In den vergangenen Sommerferien hat sich die Jugendgruppe wieder auf den Weg nach Schweden gemacht. Mit drei Autos und einem Anhänger hieß es am 12.8. früh morgens: Auf nach Bengtsfors! Wie im letzten Jahr hatten wir mal wieder Glück auf der Fahrt und erwischten nur einen kleinen Stau. Auf Grund des Anhängers und diverser Pinkelpausen benötigten wir dennoch für die knapp 700 Kilometer fast 12 Stunden. So war es auch nicht verwunderlich, dass wir nach der Ankunft in Bengtsfors nur noch unsere Zelte aufbauten, eine Kleinigkeit kochten und dann alle vor Elf Uhr in den Schlafsäcken lagen. Ärgerlich war „nur“, dass die örtliche Jugend uns nicht schlafen lassen wollte und lieber mit Steinen auf unsere Zelte und Boote warf - Immerhin haben wir auf der spontanen Schnitzeljagd den Ort dann noch ein bisschen kennen gelernt.

Am nächsten Morgen ließen wir es dann erst einmal ruhig angehen. Nachdem alle ausgeschlafen hatten, wurden die Boote beladen und im nahe gelegenen Supermarkt noch die letzten Einkäufe gemacht. Gegen Mittag stachen wir dann in See, wobei sich die Uhrzeit noch als sehr hilfreich herausstellen sollte. Hoch motiviert schafften wir den ersten Kilometer in Rekordzeit. Beim Blick auf die Karte wunderten wir uns allerdings, dass die Landmarken nicht mir der Karte übereinstimmten. Viel größer war aber die Verwunderung, dass die Sonne um 12 Uhr Mittags im Norden steht (Der Name des Navigators ist der Redaktion bekannt). Es folgte also eine 180° Wendung, die die Laune glücklicherweise nicht schmälern konnte. Bei bestem Wetter brachten wir dann die ersten Kilometer hinter uns und schlugen unsere Zelte am Nachmittag auf einer Insel auf. Es blieb noch genug Zeit um bei Sonnenschein baden zu gehen und die Insel zu erkunden. Zwar war auf der Karte eine Rune eingezeichnet, aber das Einzige was wir fanden war ein kleiner Steinhaufen, der eventuell alt hätte sein können. Wir mussten also für eine eigene Attraktion sorgen. Wie nicht anders zu erwarten, bestand diese aus einem Lagerfeuer, an dem erstmalig aus mitgebrachten Liederbüchern in großem Stil gesungen wurde.




Auf die kurze Startetappe folgte gleich die „Königsetappe“ der Tour. 17 Kilometer bei Gegenwind galt es zu bewältigen. Zwei längere Pausen und Formationsflüge in voller Fahrt um die entgegenkommenden „Aluschüssel-Gruppen“ zu irritieren machten die Strecke aber sehr angenehm. Hinzu kamen erneut das schöne Wetter und natürlich die großartige Landschaft. Da der Wind zunahm waren wir gegen 17 Uhr heilfroh unsere nächste Insel erreicht zu haben. Zwar konnten wir hier wegen der vielen Bäume keine Wagenburg aus Zelten bauen, hatten dafür aber guten Windschutz, der sich am nächsten Tag als goldwert herausstellen sollte.




Zuerst wurden wir durch das Prasseln des Regens geweckt. Dieses Geräusch wurde aber schnell durch den Lärm des Zeltes überdeckt, welcher entsteht wenn 7 bis 9 Windstärken an dem Zelt zerren. An Paddeln war heute nicht zu denken, zumal uns die geplante Tour auch noch gegen den Wind geführt hätte. Wir machten es uns also in den Zelten und der Schutzhütte bequem und warteten auf Besserung. Über Handy forderten wir dann am Nachmittag einen Wetterbericht an und der verhieß nichts Gutes. Das Wetter sollte zwar die nächsten beiden Tage besser werden, dann aber für die letzten 5 Tage unserer Tour wieder so werden wie an diesem Tag. Wir berieten uns also und kamen zu dem Schluss umzukehren, da das Risiko einfach zu hoch war.

Der Wetterbericht sollte tatsächlich Recht behalten. Wir konnten bei wesentlich weniger Wind und ein bisschen Nieselregen den Rückweg angehen. Wir halbierten die „Königsetappe“ und machten an einem Zeltplatz Halt, der nicht nur vor dem Wind gut geschützt war, sondern auch eine schöne Bucht zum Baden und eine große Feuerstelle mit Schutzhütte bot. Nach den windigen und verregneten Abenden zuvor hatten wir also endlich wieder unser Feuer, welches bis spät in die Nacht brennen sollte und so das nötige Licht und die Wärme für ausgedehnte Geschichten und Unterhaltungen lieferte.

Am nächsten Morgen hatte uns das Wetterpech dann wieder eingeholt. Zwar regnete es nicht, aber der Wind hatte von Nord auf Süd gedreht und wir hatten mal wieder Gegenwind. So sahen wir uns beim Einsteigen in unserer ehemals geschützten Bucht kleinen Brechern ausgesetzt, welche für diverse nasse Hosen sorgten. Die folgenden 8 Kilometer gegen den Wind sorgten aber für die nötige Wärmeentwicklung und wir ließen uns wieder auf der Insel vom ersten Tag nieder. Gegen Abend entspannte sich das Wetter dann sogar. Der Wind schlief ein und die Sonne kam heraus. Mit der gesamten Mannschaft setzten wir uns am Abend dann ans Ufer und genossen den Sonnenuntergang, bevor wir uns wieder unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Lagerfeuer, widmeten.

Bis nach Bengtsfors waren es nur noch knappe 5 Kilometer. Wir konnten also in aller Ruhe frühstücken und die Boote beladen. Um die Etappe ein wenig zu verlängern baute der Navigator einen „Navigationsfehler“ ein. Wir fuhren rechts um eine Insel, welche aber eine Landzunge war und landeten so in einer Sackgasse. Dies steigerte unsere Tageskilometerzahl auf 7 km und verhalf uns zu der Einsicht, dass Schweden auch freundlich und zuvorkommend sein können, und nicht alle mit Steinen werfen. Als wir wendeten kam nämlich eine ältere Frau aus einem der Häuser und zeigte uns mit Händen und Füßen den richtigen Weg.

In Bengtsfors angekommen beluden wir gleich die Autos und den Anhänger. Denn der Platz an der Kanustation wird privat vermietet und unsere Naturpflegekarte hätte nicht gezählt. Da wir nicht doppelt zahlen wollten, fuhren wir zu einem nahe gelegenen Zeltplatz, für den unsere Karte galt und schlugen dort ein letztes Mal unsere Zelte auf. Am obligatorischen Lagerfeuer wurde dann nicht nur Rollenspiel gespielt, die meisten plünderten auch noch ihre Vorräte, die ja eigentlich noch 4 Tage reichen sollten.




Eine Woche nach dem Start der Tour ging es also wieder Richtung Heimat. Als kleines Schmankerl hatten wir aber noch einen Besuch im LaserDome in Göteborg eingeplant. Mit Glück konnten wir ohne Reservierung sofort in ein Spiel mit einsteigen und hatten so noch einmal richtig Spaß, bevor wir uns auf die restlichen 500 Kilometer machten. Gegen Mitternacht kamen wir dann in Klausdorf an und spätestens beim Aussteigen aus dem Auto wurde jedem klar, dass uns der Regen mal wieder eingeholt hatte. Was für ein Sommer!

 

Martin


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