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Um 10 Uhr treffen sich 21 Paddler/innen (teils aus der Anfängergruppe, teils "erfahrene Hasen", teils Anfänger der Vorjahre) am Bootshaus. Unter Anleitung sollen die Partner-Rettungsübungen, also das Wiedereinsteigen ins Kajak nach dem Kentern durch Mithilfe eines Partners, trainiert werden. Zunächst erklärt Thomas an Hand von Bildmaterial die verschiedenen Techniken. Dann zeigen zwei der schon erfahrenen Paddler die unterschiedlichen Varianten erst einmal als "Trockenübung" auf dem Rasen vor dem Bootshaus.
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Nun geht es für die Beiden zum Steg und ins Schwen-tinewasser. Sie führen uns vor, wie man die Boote nach dem Kentern lenzt (das Wasser aus den Kajaks schafft). V-Einsteig, Parallel-Einsteig und was zu tun ist, wenn auch der Rettende kentert, dürfen wir hautnah erleben.
Thomas zeigt und erklärt, was zur Sicherheitsausrüstung eines Seekajakers gehört: Rauchsignal-Rakete bzw. Signal-Lampe hat er auf See immer in der Schwimmweste griffbereit. Wer alleine unterwegs ist, sollte ein Paddel-Float dabei haben, um im Notfall auch alleine wiedereinsteigen zu können.
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Nach einem gemütlichen Brunch werden die Boote verladen und es geht zum Mittelstrand zwischen Heidkate und Schönberg. Mittels Bootswagen schaffen wir dort die Kajaks zum Ostsee-Strand. Über dem Deich weht uns ein heftiger Nord-West-Wind der Stärke 4-5 entgegen. Das Wasser ist aufgewühlt von Wellen. Am Strand halten sich daher auch nur wenig Badegäste auf, so haben wir gut Platz für Boote und Gepäck.
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Ausgestattet mit Neopren, Aqua-Shell oder Trockenanzug geht es aufs Wasser.
Die Brandung zwischen den Molen ist heftig und zwei Paddler/innen kentern schon dort in den hohen Wellen unabsichtlich. Drei Paddlerinnen verlässt daraufhin der Mut und sie bleiben am Strand. Die Gekenterten geben aber nicht auf und schaffen es beim zweiten Anlauf, die Brandung zu überwinden. Schließlich sind 18 Kajakfahrer/innen (aufgeteilt in vier Gruppen) unterwegs, um weit draußen die Sicherheitsübungen zu trainieren.
... und wie dieses Training aussieht,
beschreibt der Erfahrungsbericht
eines Seekajak-Neulings:
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Am 24. Juli 2010 bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe mich - meist freiwillig- in die Fluten der Ostsee gestürzt. Ausgerüstet mit einer guten Brotzeit (inklusive Holzbrettl und Messer, das ist auch beim Bergwandern wichtig!), meinem Badeanzug und vielen Büchern bin ich am Morgen zum Kentertrainings-Treff nach Klausdorf aufgebrochen. "Wenn ich einmal ins kalte Wasser gefallen bin, geh ich einfach raus, betrachte das Treiben sicher vom Trockenen aus und arbeite am Strand gemütlich mit meinen Büchern." So hatte ich es mir zumindest vorgenommen. Nach Trockenübungen auf der Klausdorfer Kanuwiese und Nassübungen auf der Schwentine, einem ausgiebigen Mittagessen vor dem Kanuhaus und dem Verladen aller Utensilien fuhr ich dann doch mit recht mulmigen Gefühlen mit zur Ostsee.
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Auf dem Parkplatz hörte man schon das laute Rauschen der Wellen. Im Vergleich zu den Vortagen war es bedeutend kühler und vor allem windiger! Als Gerda mich so mit meinem Badeanzug frösteln sah, lieh sie mir ihren Aqua-Shell-Anzug, der mir wirklich sehr gute Dienste leistete. Ich "schaffte" es auf Anhieb, auf dem Weg durch die Brandung schnell zu kentern. Doch Gerda munterte mich auf: "Das hast du toll gemacht, du hast instinktiv dein Kanu festgehalten." Thomas begleitete mich dann sicher auf die Ostsee zu meiner Gruppe. Andrea gelang es mit ihrer ruhigen und bestimmten Art, mir meine Angst etwas zu nehmen und mich zu etlichen Kenter- und Rettungsübungen zu überreden. Gerda passte immer auf, dass wir nicht zu sehr abtrieben. Als Thomas wieder bei uns vorbeipaddelte meinte er: "Super, Ingrid, jetzt hast du dich schon eine Stunde auf den Wellen gehalten."
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Nach mindestens zwei Stunden intensiven Trainings paddelten wir dann alle wieder sicher und heil ans Ufer. Aus dem entspannten Bücherlesen am trockenen Strand ist nichts geworden. Aber darauf, dass ich beim Sicherheitstraining durchgehalten habe, bin ich richtig stolz und dankbar. Es war für mich ein Erlebnis, das ich bestimmt lange nicht vergessen werde. Nachdem wir alles verstaut hatten, kam wieder der gemütliche Teil mit einer guten, gemeinsamen Brotzeit. Gerade aufgrund der äußeren Umstände mit den hohen Wellen und viel Wind ist mir erst so richtig klar geworden, wie wichtig dieses Sicherheitstraining ist! Ich bin das nächste Mal bestimmt wieder dabei!
(Text: Sabine & Ingrid // Photos: Andrea)